Zimmi

Heute mussten wir uns von einem weiteren, langjährigen Stammtisch-Kollegen verabschieden: Gerd Zimmermann, AKA Zimmi.

Ganz in den Anfangszeiten, den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, war er schon omnipräsent am Stammtisch: als Fahrlehrer, bei dem viele von uns den (Motorrad-)Führerschein gemacht haben, bzw. sogar ihr erstes Motorrad gekauft haben, meist eine Yamaha RD 250, die mit dem runden Tank (Modell 352 bzw. 522) – sozusagen die käufliche ‚Rennmaschine des kleinen Mannes‘ 😀 . weiterlesen

Adieu, Wiki

Nicht ganz 9 Jahre nach dem Abschied von Micky ist es nun wieder soweit: wir müssen uns von Kater Wiki verabschieden.
Wiki war soganz anders als sein Vorgänger: sehr selbsbewusst, manchmal sogar recht aggressiv, wenn es darum ging, seine (Revier-)Ansprüche zu verteidigen, und das vom ersten Tag an, als er, aus dem Tierheim kommend, unser Haus und Grundstück sofort als ’seines‘ in Besitz nahm.
Und dann wurde er für uns doch zu einem stets fröhlichen, lieben Begleiter, mit viel Vertrauen, der auch jetzt, während der für ihn sicher schrecklichen Arztbesuche immer unsere Nähe gesucht hat.
Aufgrund seiner robusten Art und weil er in all den Jahren nie krank war, hatten wir gehofft, dass er um einiges älter als 12 Jahre werden würde.
Es war ihm leider nicht vergönnt, ein unheilbarer Darmtumor setzte seinem Leben ein Ende – ein zu kurzes, aber schönes Katzenleben, er hat uns das immer gezeigt.
Wir vermissen ihn sehr.

R.I.P. Eric

Wie ich soeben erfahren habe, ist Eric vanVenrooy, ein 2012 in Bourbonnais neu zu uns gestossener Ducati Fahrer, am vergangenen Donnerstag bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.
Dieses Jahr wollte er wieder mit, aber wegen eines Unglücksfalls in der Familie konnte er dann leider doch nicht.Wir haben ihn deshalb nur kurz gekannt, aber er war offensichtlich ein ganz Netter.
Wenn auch seine Duc etwas zu laut und nicht besonders robust war :)Jedenfalls hatte er trotzdem Spass bei uns, er hatte auch gleich Anschluss gefunden.
Welch eine schreckliche Nachricht.
Eric, wir vermissen Dich.
Ride in peace.

Heart Attack

Nach langer Zeit mal wieder ein rein privater Blogpost, und zwar aus konkretem, leider unerfreulichem Anlass: ich hatte am vergangenen Mi./Do. einen massiven Herzinfarkt.
Immerhin: ich lebe noch 😀 .
Aber der Reihe nach: es ging eigentlich schon am So. abend los, mit Schmerzen in den Armen bis in die Fingerspitzen, irgendwann, nach diversen Tabletten/sonstigen Drogen gings halbwegs wieder und ich schob es auf Überanstrengung/Verspannungen, evtl. von unserem Chambley Ausflug (der war übrigens
schön) kurz vorher.
Am Mittwoch dann schon morgens in der Firma dasselbe wieder. Ich war öfter mit dem Fahrrad unterwegs und dachte zwischendurch, jetzt fall ich gleich runter.
Abends/nachts wurde es dann extrem und nix mehr half.
Ich tat kein Auge zu.
Also Do. gleich zum Arzt. Der liess mich erst garnicht mehr heim und schickte mich per NAW direkt ins Krankenhaus.
Und auch da gings ruck-zuck: EKG, Ultraschall und dann gleich Herzkatheter.
Da konnte ich dann 1,5 h lang zusehen, wie sowas aussieht, und wie man einen Stent in ein verschlossenes Herzkranzgefäss einbaut.
Beeindruckend.
Danach gings auch prompt besser 🙂
Dann bis einschl. Sonntag morgen Krankenhaus mit den üblichen
Begleiterscheinungen:

  • Nervende Überwachungsarmaturen.
  • Nervige (Tag und Nacht quasselnde, furzende, nachts zusätzlich schnarchende) Nachbarn.
  • Morgens um 5 kommt die Nachtschwester und sticht dich ab (=Blutprobe abnehmen),
    dann ist die Nacht definitiv rum .

Aber so ist das halt, ich kenn das ja zur Genüge .. 🙂 .
Immerhin: jetzt bin ich wieder daheim und es ist erstmal ok.
Muss allerdings Ende September nochmal hin, das 3. Herzkranzgefäss noch aufweiten lassen, dann
sollte theoretisch alles wieder im Lot sein.
Bis dahin heisst es halt, jede Anstrengung vermeiden, auf Symptome achten, das Risiko scheint momentan immer noch recht hoch zu sein (die Ärzte sind sich da nicht einig…).
Aber jedenfalls erstmal dem da: Sensenmann von der Schippe gesprungen, der soll später wieder kommen (am besten VIEL später ) – jedenfalls wiedermal eine Erinnerung an einen der wichtigsten Lebensgrundsätze überhaupt: CARPE DIEM.
Update (26.9.): Das 3. Herzkranzgefäss hat nun auch einen Stent, ist alles gut gelaufen, soweit, nur der Einstich in die Leistenarterie ist diesmal stärker geschwollen als beim letzten Mal und war auch nicht gleich wieder dicht – war wohl etwas viel, 2 x hintereinander 😀 .
Nun halt mal abwarten wies weitergeht, ich bin jedenfalls guter Dinge.

KOS 2005

Wie schon auf der Info-Seite gesagt, ist dieser Bericht kein Weblog im üblichen Sinn,
sondern ganz einfach eine persönliche Aufarbeitung unseres gerade vergangenen, turbulenten KOS-Urlaubs.

Hinflug/Hoteltransfer/Checkin erstmal problemlos, schöne Anlage, super Wetter (Sonne satt, 30 °,
Wasser 25 °).
Nur der Service/Personal – naja…
Also erstmal nen Tag am Strand/Pool relaxen, Gastronomie testen, gutgehen lassen. Dienstag dann nen 80er Roller gemietet und ab nach KOS-Stadt zum Sightseeing. Beeindruckende Überreste der Kreuzritterfestung, nette Hafenanalage, überall Hippokrates Schautafeln/Souvenirs. Dazu später mehr…



Dann nen Ausflug in die nahen Berge, so zumindest der Plan, denn wir kamen nicht weit. Eine der ersten bergauf-Rechtskurven wurde zum Verhängnis: zwar flott, aber keineswegs riskant angefahren, schmiert das Teil doch im Kurvenscheitel ohne Vorwarnung über beide Räder weg und da liegen wir.
An sich ist sowas, abgesehen von den üblichen Schürfungen wg. fehlender Schutzkleidung kein Thema (das war auch die Bilanz bei Jutta auf dem Sozius), aber das Dumme war, dass beim Dahinschlittern mein rechtes Bein UNTER dem Roller war. Also hervorgezogen und da hing der Fuss schon wie ein alter Lappen runter. Da war mir schon klar dass einiges hinüber ist – Sch….
Jedenfalls kamen wir dank vorbeikommender hilfsbereiter Touristen doch recht schnell ins – na was wohl – Hippokrates-Krankenhaus in KOS. Wobei der Sanka doch eher an ein Baustellenfahrzeug erinnerte.
Angekommen, war grad so ne Art Mittagsflaute in der Notaufnahme, und Hippokrates‘ Erben stürzten sich mit Elan auf mich.
Das heisst, erstmal nen halben Liter Jod auf die Platzwunde geschüttet und (nat. ohne Spritze oder sowas) zusammengenäht – das fängt ja gut an, denk ich…
Dann erstmal ab zum Röntgen, anschliessend das Bein geradegezerrt (AUAAA) und provisorisch eingegipst, danach in die Chirurgie abtransportiert – die Notaufnahme glich mittlerweile einem Heerlager, also irgendwie doch auch Glück gehabt.
Der weitere Verlauf war dann auch nicht so lustig: Aufgrund der Röntgenbilder war klar, dass man das keinesfalls so lassen konnte, die Ärzte rieten zu einer sofortigen Operation oder Rücktransport. Den versuchten wir via Auslands-Schutzbrief anzuleiern, was aber auf die Schnelle nicht klappte (ist ne eigene Geschichte). Inzwischen war Mittwoch und da keine schnelle Lösung in Sicht und der Schmerz gross waren (ich bekam 2 Schmerztabletten am Tag, was lt. Aussage der Ärzte ‚ausreicht‘), entschloss ich mich zur Operation. Die kam dann Donnerstag. Der OP im Keller erinnerte stark an einen ‚Ligne Maginot‘ Bunker, provisorische Verkabelung an der Betondecke, zur Hälfte voll mit rostigen Gasflaschen und alten Monitoren usw…. aber immerhin soweit ersichtlich, steril verpacktes Arbeits/Verbrauchsmaterial. Und, muss man zugeben ein guter Anästhesist, dem es wie versprochen gelang, gezielt die untere Körperhälfte ‚abzuschalten‘, alles ab Bauchnabel aufwärts aber unbeeinflusst. Ich hatte jedenfalls den Eindruck, die Beine liegen irgendwie 2 m links neben dem Rest des Körpers und werden da bearbeitet. Soganz genau wollte ich es auch garnicht sehen, erst das Ergebnis , wo man erkennen konnte wie die Schrauben die Knochenteile zusammenhalten. Soweit also erstmal alles ok, der Nachmittag zurück auf Station auch noch, solang die Narkose wirkte.
Danach dann das bekannte Spiel, alle 6 Stunden eine Schmerzspritze, die knapp 1 Stunde wirkte….
Jutta kannte inzwischen das Umfeld gut und hatte auch herausgefunden, dass es in der Apotheke rezeptfreie Schmerztabletten gibt, die fast 8h wirken (und bei uns wohl garnicht erst zugelassen sind) – ab da gings dann schon wesentlich besser. Denn nach 4 Tagen(+Nächten) ohne Schlaf ist man erstmal platt.
Aber immerhin – in der Zeit hatte ich rund um die Uhr die Gelegenheit zu beobachten, wie die Gepflogenheiten im Land so sind – insbesondere in Notsituationen. So ist es z.B. absolut üblich dass kein Mitglied einer Familie/Clan im Krankenhaus alleingelassen wird, es gibt sozusagen eine ‚Rundumbetreuung‘ mit Schichtbetrieb, d.h. auch nachts ist immer jemand dabei (im Zimmer) – schläft da mehr oder weniger improvisiert auf Stuhl und/oder Boden und benutzt natürlich auch die Patienten-Toilette/Waschgelegenheiten mit (bei uns undenkbar). Keinen Unterschied zu uns gibt es aber bei der Personalknappheit und dem dadurch bedingten Zeitdruck, das wunderte mich schon, zumal das anderswo (z.B. in Frankreich) auch viel besser geht.
Und nach einigem Hin-und Her und vielen Telefonaten (ja, es gibt auch Situationen, wo Handy’s ihre Berechtigung haben ) ging dann der Rücktransport im Linienflieger (mit extra freigeräumter Sitzreihe) wirklich problemlos vonstatten. Danach nochmal ein kleiner Tiefschlag: das am Fugplatz geparkte Auto springt nicht mehr an … – doch auch das war innerhalb einer Stunde gelöst, und abends um 6 dann die Ankunft daheim – hab mich noch selten so gefreut aus dem Urlaub zurückzukommen. Fazit des Ganzen:
Viel gelernt, viel erlebt, viel ausgehalten. Und der alte Spruch gilt immernoch:
‚Racing is safer than Cruising, and much more Fun, anyways‘.
Schade, dass mir jetzt Mas du Clos durch die Lappen geht – der Bodo hatte mir grad seine granatenschnelle Duc 999R zum Testen angeboten (weil er selber verletzt ist) ….

Update (05.11.05) – inzwischen (6 Wochen später) sieht es so aus:

– die Geschichte zieht sich…

21.01.06: Nachdem sich alle Hoffnungen auf eine ’selbsttätige‘ Heilung zerschlagen haben, wurde eine weitere Operation mit Knochentransplantation aus der Hüfte notwendig. Hier ist das vorläufige Ergebnis:



08.02.06: So, nun immerhin mal raus aus der Klinik, gottseidank… und ein genauerer Blick auf die ‚Neukonstruktion‘:



08.04.06: Endlich: ‚das Ende des Tunnels‘ ist in Sicht – die Schrauben sind raus (ok, das war nochmal heftig, ohne Spritze etc…). Stattdessen nun ein sog. ‚Sarmiento Cast‘ (benannt nach dem Erfinder, Augusto Sarmiento), ein High-Tech Stabilisator, der die sofortige Belastung des Beins zulässt, was das Knochenwachstum anregen soll. Ich bin optimistisch und freue mich schonmal auf Val de Vienne…



P.S.:
Zum Thema Roller ist ggf. auch das hier interessant .